FOCAL sagt Nein zu « No Billag »

26.01.2018

Nein zu NoBillag !

Für Innovation, Kreativität und die Weiterentwicklung der Schweizer Film- und Medienlandschaft: NEIN ZU NO-BILLAG 

Am 4. März 2018 stimmen wir national über die Volksinitiative zur Abschaffung der Radio- und Fernsehgebühren (No-Billag) ab. Sie zielt auf die Zerstörung von Strukturen in der Schweizer Film- und Audiovisions-Branche, die über Jahrzehnte gewachsen sind. Die Urheberrechtsgesellschaft Société Suisse des Auteurs (SSA) schätzt, dass bei einem Erfolg der Initiative rund 13'000 Vollzeitstellen innerhalb und ausserhalb der SRG vernichtet würden. Bei Annahme der Initiative stünden die SRG-Sender und 34 weitere gebührennanzierte Radio- und Fernsehsender in der ganzen Schweiz vor dem Aus. Die bestehenden Konzessionen würden an den Meistbietenden versteigert, Subventionen an Fernsehen und Radio würden verboten und damit auch alternative Finanzierungsmodelle verhindert.

Die No-Billag-Initiative will nicht nur die SRG zerschlagen und gebühren finanziertes Fernsehen und Radio in Zukunft verhindern. Ihre Annahme würde auch den seit über 20 Jahren bestehenden Pacte de l’audiovisuel zerstören, der die Zusammenarbeit zwischen unabhängigem Filmschaffen und der SRG partnerschaftlich regelt. Über den Pacte de l’audiovisuel fliessen derzeit jährlich 27.5 Millionen Franken in den Schweizer Film, zusammen mit weiteren Produktionen rund 40 Millionen Franken. Die SRG ist nebst dem Bundesamt für Kultur die wichtigste Förderin des Schweizer Filmschaffens. Die No-Billag-Initiative ist damit auch ein direkter Angriff auf das Schweizer Filmschaffen. Durch die Annahme der Initiative ginge dem Schweizer Film rund ein Drittel seiner Finanzierung verloren. Ausserdem würden mit den Fernsehsendern der SRG in allen Landesteilen die neben dem Kino wichtigsten nationalen Verbreitungskanäle des Schweizer Filmschaffens verschwinden.

Die Annahme der No-Billag-Initiative hätte ein Erdbeben in der Schweizer Medienlandschaft, der Audiovisionsbranche und im Schweizer Filmschaffen zur Folge. Bestehende mediale Strukturen würden zerschlagen, Synergien in der Medien-, Audiovisions- und Filmbranche atomisiert. Dies hätte verheerende Auswirkungen auf die Schweizer Demokratie, die auf verlässlichen Informationsnetzen, fundierter Meinungsbildung und kulturellem Austausch zwischen den Regionen basiert. Die SRG und das gebühren finanzierte Radio und Fernsehen stehen für eine informierte Gesellschaft und eine offene Kultur.

Daher stellen wir uns dieser Initiative vehement entgegen. Unser Auftrag steht in radikalem Widerspruch zur Abschaffung der Radio- und Fernsehgebühren. Unsere Aufgabe ist es, uns für die bestehenden Strukturen und ihre Weiterentwicklung einzusetzen. Es ist der Auftrag von FOCAL, die Kräfte der Schweizer Film- und Audiovisionsbranche zu bündeln, um ihr Bestehen zu konsolidieren und ihre Eigenheiten in einem technologisch, sozial und kulturell umbrechenden globalisierten Umfeld sowie im internationalen Wettbewerb zu entfalten. Dafür sind Innovationskraft, Intelligenz und Kreativität gefordert. Bei dieser Herausforderung ist die SRG eine wichtige Partnerin von FOCAL und der Branche.

Wir rufen die Schweizer Film- und Audiovisionsschaffenden deshalb dazu auf, sich klar gegen No-Billag auszusprechen. Wir rufen Sie auch dazu auf, mit Ihren Freund·inn·en, Nachbar·inne·n und Lieferant·inn·en darüber zu sprechen, denn es ist äusserst wichtig, der Bevölkerung deutlich zu machen, dass es hier nicht einfach darum geht, eine Gebühr abzuschaffen, sondern darum, welch verheerende Auswirkungen eine Annahme der Initiative hätte. Stimmen wir Nein, und vor allem: Rufen wir in unserem breiten Umfeld dazu auf, Nein zu stimmen! 


Der Stiftungsausschuss 
Séverine Barde, Valerie Fischer, Thomas Geiser, Gianclaudio Meyer, Bettina Oberli, Michael Steiger

Pierre Agthe, Direktor  

Die Bereichsverantwortlichen von FOCAL 
Vanja Baumberger, Nicole Borgeat, Frédéric Guillaume, Edgar Hagen, Jessica Hefti, Anna Luif, Nicole Schroeder, Carola Stern, Jacqueline Surchat, Franziska von Fischer