Mentoring for DOCS (I)

Individuelle Beratung bei der Arbeit an einem Kinodokumentarfilm

Teilnehmende
ca. 6-mal pro Jahr 2 bis 3 Filmemacher·innen mit einem Dokumentarfilmprojekt. Sie müssen bereits mindestens einen Film öffentlich aufgeführt haben (Kino, Festival, TV oder Web).
Datum und Ort
1 Tag (bzw. 2 x ½ Tag); Filmemacher·in und Mentor·in vereinbaren Datum und Ort individuell.
Anmeldefrist
17. Dezember 2017; Bewerbung mit Motivationsschreiben (Stand des Projekts, Arbeitsplan, Zielsetzung für das Mentoring), CV, max. 20-seitigem Dossier und ggfs. bis zu 20 Min. Videomaterial.
(Nächste Anmeldetermine: 29.4.2018, 1.7.2018, 2.9.2018, 28.10.2018, 16.12.2018).
Teilnahmegebühr
CHF 250 pro Mentoring-Tag
Sprache(n)
Deutsch, Französisch, Englisch oder Italienisch, je nach Mentor·in

Mentoringfor DOCS ist ein Angebot zur Stärkung des dokumentarischen Erzählens: Erfahrene Mentorinnen und Mentoren, deren Filme regelmässig internationale Anerkennung finden, unterstützen Dokumentarfilmschaffende bei der Arbeit an ihren Projekten.

Dokumentarfilmprojekte können in allen Stadien eingereicht werden: von der Stoffentwicklung über die Herstellung bis zum Rohschnitt. Die Arbeit muss allerdings über die Themenwahl hinaus mindestens so weit fortgeschritten sein, dass eine klare Filmidee ersichtlich ist. Zentrale Entscheide, z.B. welche Geschichte der Film erzählen soll, müssen bereits getroffen sein. So muss unter anderem geklärt sein, wo der Konflikt liegt, den der Film aufbauen will. Auch so etwas wie eine Vision des Autors/der Autorin muss bereits spürbar sein.

Ein Mentorat dauert jeweils einen Tag (oder zwei halbe Tage), wobei Ort und Datum zwischen Mentor·in und Teilnehmender·in individuell vereinbart werden. Je nach Form der Zusammenarbeit können auch weitere Beteiligte dabei sein (Kamera, Editing, Produktion).

Themen des Mentorats können zum Beispiel sein:

  • Recherche
  • Thematischer Fokus
  • Auswahl der ProtagonistInnen
  • Autorenhaltung
  • Filmische Umsetzung
  • Filmische Handschrift
  • Dramaturgie.

Zur Vorbereitung erhalten die Mentor·inn·en von den Filmschaffenden Text- und Bildmaterial, das den aktuellen Stand der Arbeit reflektiert.

Interessierte Dokumentarfilmschaffende bewerben sich mit einem elektronischen Dossier (max. 20 Seiten) sowie mit einem Motivationsschreiben, aus dem hervorgeht:

  • der aktuelle Stand der Arbeiten
  • nächste beabsichtigte Schritte
  • Fragen, die das Mentorat klären soll.

Falls bereits vorhanden, wird auch Bildmaterial eingereicht (max. 20 Minuten, per Link). Aus dem Bildmaterial sollte bereits eine erzählerische Absicht erkennbar sein.

Wünsche betreffend die Wahl des Mentors/der Mentorin werden nach Möglichkeit berücksichtigt. Nebst den unten genannten Mentor·inn·en stehen je nach Art des Projekts weitere erfahrene Berater·innen zur Auswahl.

Eingegeben werden können Projekte, die frei produziert werden und eine freie Finanzierungsperspektive haben. Der Hauptfokus ist Kino; Projekte mit anderen Auswertungsperspektiven sind aber ebenfalls möglich.

Das Angebot richtet sich auch an erfahrene Filmschaffende.

Filmschaffende, die einmal an einem Mentorat teilgenommen haben, können sich in einem späteren Stadium ihres Projekts erneut anmelden (mit aktualisierten Unterlagen). Weitere Mentorate finden dann, wenn gewünscht, beim selben Mentor/bei derselben Mentorin statt.

FOCAL übernimmt einen grossen Teil der Kosten für die Mentorate und bietet sie für CHF 250 pro Tag an. Bei Mentoring-Terminen im Ausland gewährt FOCAL zusätzlich einen Zuschuss an die Reisekosten (max. CHF 200, gegen Belege).

Ca. sechsmal pro Jahr werden zwei bis drei Projekte ausgewählt. Entscheidend für die Auswahl sind die oben genannten Kriterien. Filmschaffende, deren Projekte nicht ins Mentorat aufgenommen werden, bekommen auf Wunsch Auskunft über die Gründe der Ablehnung. Sie können sich mit einem überarbeiteten Dossier später erneut bewerben.

Bei Fragen zu Inhalt und Ablauf steht die Organisatorin Irene Loebell gerne zur Verfügung iloebell@access.ch.

Kommentare von bisherigen Teilnehmenden:

"Die kurze, aber sehr intensive Begegnung mit Andres Veiel und der Einbezug der Produzentin Gabriela Bussmann in unseren anschliessenden schriftlichen Austausch waren für die Weiterentwicklung des Projektes - insbesondere in Hinblick auf die Ausgestaltung der Hauptfiguren - sehr fruchtbar. Andres' besonderes Gespür für einzelne Charaktere hat mich dazu ermutigt, sie einer erneuten kritischen Überarbeitung zu unterziehen. Durch seine präzise Reflexion des gesamten dramaturgischen Bogens hat sich die anfängliche Drehvorlage zu einer viel lebendigeren Erzählstruktur entwickelt."
Marina Belobrovaja

"Der Tag mit Heddy Honigmann war für mich ein grosses Geschenk. Nicht nur hat das Gespräch mit ihr mir geholfen, meine Erzählrolle für Dossier und Dreh fokussierter herauszuarbeiten; auch war Heddy ein präzise zuhörendes und hinschauendes Gegenüber, das mir wie ein Brennglas dazu diente, noch tiefer in das Herz der Geschichte vorzudringen."
Fanny Bräuning

"Ich bin mit Mentoring for DOCS sehr zufrieden. Peter Entell hat seine reiche Erfahrung wirksam, kreativ und diskret in den Dienst meines Projektes gestellt. Ich danke ihm von Herzen für seinen Einsatz für mein Projekt."
Floriane Closuit

"Ich bin absolut überzeugt, dass der Beitrag von Christian Frei bei der Entwicklung meines Projekts entscheidend war und ihm die positiven Antworten von Cinéforom und dem BAK zu verdanken sind. Und dies, ohne dass der Film zu Christian Freis Film geworden wäre. Er war vorbildlich in seiner Rolle als Gesprächspartner und hat nie versucht, die Rolle des Regisseurs einzunehmen."
Samuel Chalard

"Im Rahmen von 'Mentoring for DOCS' wurde mir bisher dreimal ein Mentorat bei Andres Veiel ermöglicht. An den Tagen, an denen wir an meinem Projekt Sacrée Familie arbeiteten, konnte ich neue Richtungen und Denkansätze entwickeln ... Andres' Inputs waren für mich wegweisend und nachhaltig. Ich erachte diese Möglichkeit, die FOCAL uns Dokumentarfilmschaffenden mit 'Mentoring for DOCS' bietet, als Riesenchance."
Nathalie Oestreicher

"In der Zwischenzeit hatte ich nun Kontakt mit Sabine Gisiger und ich muss sagen: Es war super! Wir haben zusammen meinen Entwurf zum Entwicklungsdossier besprochen. Nach dem Gespräch mit Sabine fuhr ich voller Tatendrang wieder nach Hause und konnte es kaum erwarten, das Dossier umzuschreiben! Es hat mir wirklich sehr gut getan, mit einer so erfahrenen Filmemacherin über mein Projekt zu reden und dieses weiterzuentwickeln."
Ursula Brunner

"Ich habe sehr von diesem Angebot profitieren können, weil ich nach zwei Jahren x-fachen Umschreibens meines Dok-Treatments langsam das Gefühl dafür verloren hatte, wo der Kern - das pulsierende Herz - der Geschichte liegt. Genau dies konnte mir meine Mentorin Sabine Gisiger mit ihrer Perspektive wieder vermitteln."
Risa Chiappori

Bisher ausgewählte Projekte

MentorInnen

Yaël André hat ihre Kindheit in Marokko verbracht. Sie hat Philosophie und Drehbuch studiert und lebt und arbeitet heute in Brüssel. Den Stil ihrer Filme bezeichnet sie selbst als "weibliche Burleske", wobei sie Grenzen zwischen dokumentarischem und fiktivem Schaffen sprengt, so auch in ihrem FilmQuand je serai dictateur, der an zahlreichen Festivals rund um die Erde Furore machte. Yaël Andrés letzter Film Synaps war ein Webdoc. Sprachen: Französisch, Deutsch, Englisch
Filmographie

Peter Entell Ist in den USA aufgewachsen, lebt und arbeitet seit bald 40 Jahren in der Schweiz. Seine Dokumentarfilme rolling, le tube, les arbres de josh, shake the devil off haben weltweit zahlreiche Preise gewonnen. Er hat Masterclasses in der Schweiz, Belgien, Frankreich, Serbien, Dänemark, Finnland und den USA gegeben. Sprachen: Englisch, Französisch
Filmographie
Interview with Peter Entell

Christian Frei ist freischaffender Regisseur, Autor und Produzent in Zürich. Consultant bei zahlreichen Dokumentarfilmen. Seit 2006 Lehrbeauftragter an der Universität St. Gallen. Von 2006 bis 2009 Präsident des Begutachtungsausschusses "Dokumentarfilm" des Bundesamtes für Kultur. Seit August 2010 Präsident der Schweizer Filmakademie. Filmauswahl: war photographer (Oscar Nomination); space tourists; giant buddhas; ricardo, miriam y fidel. Sprachen: Deutsch, Französisch, Englisch
Filmographie
Ciné-Portrait Christian Frei

Sabine Gisiger studierte Geschichte und arbeitet seit 1990 als freie Filmschaffende in Zürich. Für do it (Co-Regie) erhielt sie den Schweizer Filmpreis, mit gambit und guru hatte sie weitere Festival- und Kinoerfolge. Seit 2002 unterrichtet sie als Hochschuldozentin für Dokumentarfilm in Zürich und Luzern. Sprachen: Deutsch, Französisch, Italienisch, Englisch
Filmographie
Artikel über Sabine Gisiger

Heddy Honigmann ist in Peru geboren und lebt seit ihrer Jugend in Holland. Ihr Werk umfasst sowohl Dokumentar- als auch Spielfilme, die international auf Festivals ausgezeichnet wurden. Sie ist Mentorin für Dokumentarfilme am Binger Filmlab, Amsterdam, und berät Dokumentarfilmschaffende auf der ganzen Welt. Filmauswahl: el olvido; forever; good husband, dear son; crazy. Sprachen: Französisch, Englisch, Spanisch, Niederländisch
Filmographie
Golden Gate Persistence of Vision Award (2007)

Fernand Melgar ist in Marokko geboren und lebt seit 1963 in Lausanne. Seit 1985 ist er unabhängiger Regisseur und Produzent. Regelmässig berät er Dokumentarfilmschaffende bei ihren Projekten. Mit den Filmen exit, le droit de mourir, la forteresse, vol spécial, le monde est comme ça hat er an Festivals im In- und Ausland zahlreiche Preise gewonnen. Sprachen: Französisch, Englisch, Spanisch
Ciné-Portrait / Filmographie Fernand Melgar

Andres Veiel gehört zu den erfolgreichsten zeitgenössischen Filmemachern Deutschlands. Neben Dokumentarfilmen (die spielwütigen, black box brd) hat er mit wer wenn nicht wir? einen vielfach preisgekrönten Spielfilm und mit der dokumentarischen Inszenierung der kick eine der innovativsten Mischformen der jüngsten Vergangenheit vorgelegt. Er unterrichtet an verschiedenen Hochschulen im Bereich Film, wie z.B. an der DFFB, Berlin. Sprachen: Deutsch, Englisch
Filmographie
Bilder aus dem Untergrund

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