Im viertägigen Kurs setzen sich die Teilnehmenden damit auseinander, wie sich ein Drehbuch in Bilder und Bewegungen übersetzen und daraus eine visuelle Sprache entwickeln lässt, die der Geschichte dient.
Die Kamerafrau Josée Deshaies und die Regisseurin Monia Chokri bringen ihre jeweiligen Perspektiven auf die Découpage mit ein und zeigen, wie Entscheidungen im Dialog zwischen Regie und Kamera entstehen. Die Teilnehmenden beschäftigen sich mit den Gestaltungsmitteln der Découpage: der Gewichtung von Informationen und Einstellungen, der Wahl von Bildausschnitten und Achsen, dem Off-Screen-Raum, Kamerabewegungen und -settings. Dabei beziehen sie auch die Montage, die Drehvorbereitung und logistische Fragen in ihre Überlegungen ein und planen die Abfolge der Einstellungen mit Blick auf Kamera, Licht und Kontinuität am Set.
Nach einer Einführung anhand von Filmbeispielen entwickeln sie die Découpage einer eigenen oder von den Unterrichtenden vorgegebenen Szene. Eigene Szenen können mitgebracht werden, sind aber keine Voraussetzung. Die entwickelten Ideen werden gemeinsam besprochen und weiterbearbeitet.
Im letzten Kursteil erproben die Teilnehmenden ihre Découpages gemeinsam mit Schauspieler·innen und überprüfen ihre Entscheidungen in Bezug auf Bewegung, Rhythmus und Raum. Der Fokus liegt auf dem Besprechen und dem Erproben der Szenen, wofür Aufnahmen mit dem Smartphone punktuell eingesetzt werden können. Die Teilnehmenden testen unterschiedliche inszenatorische Lösungen und entwickeln sie direkt mit den Schauspieler·innen weiter.
Unterrichtende
Josée Deshaies – FR/CA
Nach dem Studium der Kunstgeschichte arbeitete Josée Deshaies in Montréal zunächst als Kameraassistentin und später als Kamerafrau. Seit 1996 arbeitet sie regelmässig mit dem Regisseur Bertrand Bonello zusammen, unter anderem bei L’APOLLONIDE – SOUVENIRS DE LA MAISON CLOSE (2011), SAINT LAURENT (2014) und LA BÊTE (2023). Für Monia Chokri verantwortete sie für LA FEMME DE MON FRÈRE (2019) und BABYSITTER (2022) die Kamera.
Monia Chokri – CA
Monia Chokri ist eine kanadische Regisseurin, Drehbuchautorin und Schauspielerin. Sie absolvierte ihre Ausbildung am Conservatoire d’art dramatique de Montréal und führte erstmals Regie beim Kurzfilm QUELQU’UN D’EXTRAORDINAIRE (2013). Es folgten die Langfilme LA FEMME DE MON FRERE (2019), BABYSITTER (2022) und SIMPLE COMME SYLVAIN (2023). Ihre Regiearbeiten wurden unter anderem in Locarno, Cannes und Sundance gezeigt und ausgezeichnet.


