Developed in a FOCAL Workshop 2012-2016

HEIDI • MA VIE DE COURGETTE • SCHELLEN-URSLI
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PAPA MOLL • CURRY WESTERN • GENESIS 2.0
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LA FEMME ET LE TGV • SETTE GIORNI • HORIZONTES
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LASST DIE ALTEN STERBEN • #FEMALE PLEASURE • FAVELA OLIMPICA
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CHRIEG • CRONOFOBIA • FAUVES
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HOTEL JUGOSLAVIJA • 2 JOURS AVEC MON PÈRE • DENE WOS GUET GEIT
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ALOYS • DER UNSCHULDIGE • CARL LUTZ – DER VERGESSENE HELD
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Was ist aus den Filmprojekten geworden? Umfrage 2012–2016

Sandrine Normand und Pierre Agthe – März 2019

Die Stiftung FOCAL bietet seit ihrer Gründung Stoffentwicklungsprogramme an. Um die Wirkung dieser Programme zu erfassen, haben wir zwischen 1989 und 2016 vier Studien durchgeführt.

Seit 1989 wurden 492 Drehbücher in FOCAL-Programmen entwickelt. Davon wurden 114 verfilmt und im Kino oder am Fernsehen gezeigt. Das entspricht einer Realisierungsquote von 23%.


Entwicklung der Stoffentwicklungsprogramme

Seit 2010 kommt FOCAL vermehrt von der klassischen Workshop-Form ab und bietet stattdessen individuelle Coachings an, die sich auch an erfahrene Filmschaffende richten. Nach dem grossen Erfolg des Mentoring for DOCS haben wir ein Programm für SpielfilmautorInnen in den drei grössten Schweizer Landessprachen eingeführt: das Script Coaching on Demand. Innerhalb von fünf Jahren wurden in diesem Programm 135 Filmprojekte gecoacht. Davon sind 25 bereits realisiert und 17 sind noch in Entwicklung bzw. in Vorproduktion.
Die Coachings dauern in der Regel nur ein paar Stunden pro Projekt. Ihre Wirkung auf das fertige Drehbuch ist somit relativ, und die Anzahl Coachings, die in den letzten fünf Jahren stattgefunden haben, verzerren die Statistik ein wenig. Dennoch ist zu bemerken, dass dieses Angebot von den AutorInnen allgemein anerkannt und geschätzt wird. Deshalb wird es hier auch aufgeführt.

Wir achten darauf, dass wir sowohl schweizerische Programme (Script Coaching on Demand, Mentoring for Docs) als auch internationale (Atelier Grand Nord; DrehbuchWerkstatt München/Zürich; EKRAN/EKRAN+; eQuinoxe Europe/Germany) beibehalten, damit die DrehbuchautorInnen, AutorenfilmerInnen und ProduzentInnen die Realität des grenzübergreifenden Marktes kennenlernen können, aber auch Gelegenheit haben, sich in ihrer eigenen Sprache und Kultur weiterzubilden.

Anzahl Drehbücher und Realisierungsquote

Die letzte Studie, die die Jahre 2012 bis 2016 abdeckt, hat gezeigt, dass immer mehr Drehbücher in unseren Stoffentwicklungsprogrammen entwickelt werden. In dieser Zeit waren es insgesamt 266, d.h. durchschnittlich 53 pro Jahr, während der Jahresdurchschnitt in den vorangehenden 22 Jahren bei 10 Drehbüchern lag. Dies ist in erster Linie auf die oben erwähnten Coachings zurückzuführen.

Auch die Anzahl realisierter Filme ist in dieser Zeitspanne erheblich angestiegen: Bei Abschluss der Umfrage waren es 38 abendfüllende und 9 kurze Filme fürs Kino, 3 Fernsehfilme und 4 Transmedia-Werke. Das sind insgesamt 54 Werke, bzw. 11 pro Jahr, während dieser Durchschnitt in den vorangehenden 22 Jahren bei 3 lag. In der Periode von 2012 bis 2016 wurden also fast viermal mehr Projekte verfilmt. Diese Zahl wird sich noch erhöhen, denn gegenwärtig sind noch 101 in FOCAL-Workshops entwickelte Projekte in Entwicklung oder in Vorproduktion.

Erfolg der Filme

Einige der in der letzten Umfrage erfassten Filme waren im Kino äusserst erfolgreich (PAPA MOLL, SCHELLEN-URSLI, HEIDI, MA VIE DE COURGETTE). Die meisten von ihnen wurden auch preisgekrönt.
Auswahl von Filmen und Preisen.

ALOYS, Drehbuch und Regie: Tobias Nölle
• Berlinale, Panorama, FIPRESCI Award 2016
• Schweizer Filmpreis, Beste Kamera 2017

CHRIEG, Drehbuch und Regie: Simon Jaquemet
• Max Ophüls Preis 2015
• Schweizer Filmpreis, Beste Kamera 2015

DENE WOS GUET GEIT, Drehbuch und Regie: Cyril Schäublin
• Filmfestival Locarno, Spezielle Erwähnung First Feature Award 2017
• Edinburgh International Film Festival, Best International Feature Film 2018
• Filmpreis der Stadt Zürich, Zürcher Filmpreis 2018

#FEMALE PLEASURE, Drehbuch und Regie: Barbara Miller
• Filmfestival Locarno, Premio Zonta Club Locarno – Kritikerwoche 2018

GENESIS 2.0, Drehbuch und Ko-Regie: Christian Frei
• Filmpreis der Stadt Zürich, Zürcher Filmpreis 2018
• Sundance Film Festival, World Cinema Documentary Award for Cinematography 2018

HEIDI, Regie: Alain Gsponer
• Deutscher Filmpreis, Bester Kinderfilm 2016

HORIZONTES, Drehbuch und Regie: Eileen Hofer
• Visions du Réel, Spezielle Erwähnung der Jury Cinéma Suisse 2015

LA FEMME ET LE TGV, Drehbuch und Regie: Timo von Gunten
• Schweizer Filmpreis, Bester Kurzfilm 2017

MA VIE DE COURGETTE, Ko-Autor und Regie: Claude Barras
• Zurich Film Festival, Kids Jury Award Bester Kinderfilm 2016
• Festival International du Film d'Animation d'Annecy, Cristal für den besten langen Animationsfilm 2016
• Académie des Arts et Techniques du Cinéma, César Bester Animationsfilm und Bestes Drehbuch 2017
• Schweizer Filmpreis, Bester Spielfilm 2017
• Académie des Lumières, Bester Animationsfilm 2017

SCHELLEN-URSLI, Ko-Autor und Regie: Xavier Koller
• Schweizer Filmpreis, Beste Kamera 2017

VAKUUM, Drehbuch und Regie: Christine Repond
• Schweizer Filmpreis, Spezialpreis der Akademie 2018

Ist das Ziel erreicht?

Diese Frage stellen wir uns natürlich seit jeher, aber sie ist schwierig zu beantworten, denn unser Angebot verfolgt mehrere Ziele: die Verbesserung der Projekte und die Erhöhung ihrer Marktchancen, aber auch die dauerhafte Weiterbildung und Vernetzung der AutorInnen und ProduzentInnen. Die Anzahl realisierter Projekte ist also nicht der einzige Massstab für den Erfolg der Stoffentwicklungsprogramme. Genauso wichtig ist die Entwicklung der Kompetenzen der Teilnehmenden, ob ihr Projekt nach dem Weiterbildungsprogramm produziert wurde oder nicht.

Den Evaluationsfragebogen aus der Zeit von 2012 bis 2016 ist zu entnehmen, dass die Weiterbildungsprogramme sowohl für die Projekte als auch hinsichtlich der beruflichen Entwicklung als sehr nützlich eingestuft wurden.

Die Programme dienen aber auch als Filter. Ein Drehbuch in einem FOCAL-Programm zu überarbeiten, bedeutet unter anderem, es zu exponieren, es dem Blick anderer auszusetzen. So stellen AutorInnen bzw. ProduzentInnen bei der Arbeit manchmal fest, dass es besser wäre, das Projekt aufzugeben. Dadurch vermeidet man die kräfteraubende Finanzierungsphase und kann seine Energie in Projekte mit mehr Potential investieren.

Daher wird FOCAL sich weiterhin darum bemühen, die Projektentwicklung in der Schweiz als auch international zu unterstützen, sowohl im Bereich des Storytellings (von der Idee zum Drehbuch, für klassische audiovisuelle Werke und Transmediaprojekte) wie auch beim Packaging (vom Casting bis zur Finanzierung).

Wir danken hiermit allen ganz herzlich, die bei dieser Umfrage mitgemacht haben.

Sandrine Normand und Pierre Agthe, Lausanne, März 2019