Adaption literarischer Vorlagen

UN JUIF POUR L'EXEMPLE © Vega Film

UN JUIF POUR L'EXEMPLE © Vega Film

Aude Py

Aude Py

AMÉLIE ET LA MÉTAPHYSIQUE DES TUBES © Agora Films

AMÉLIE ET LA MÉTAPHYSIQUE DES TUBES © Agora Films

Teilnehmende
10-18 Drehbuchautor·innen mit Berufserfahrung
Datum und Ort

21. und 22. Oktober 2026 in Bern

Anmeldefrist

27. September 2026
Bitte aktuelles CV einreichen.

Teilnahmegebühr
300 CHF
Sprache(n)
Englisch
Organisation
Stefan Staub, Programmverantwortlicher Drehbuch und Stoffentwicklung
Die Adaption eines literarischen Werks für einen Film erfordert grundlegende Entscheidungen über Erzählweise, Perspektive und Figuren. Drehbuchautor·innen entscheiden dabei, was sie aus der Vorlage übernehmen, weglassen, verdichten oder gar neu entwickeln und wie sie dabei die Gedanken und Beschreibungen der Buchvorlage in Handlung, Bild und Ton übersetzen. Durch die Interpretation der literarischen Vorlage mit den spezifischen Mitteln des Films wird die Adaption zu einem eigenständigen Werk. Im Mittelpunkt dieses Kurses unter der Leitung von Aude Py stehen zwei Buchadaptionen, an deren Drehbüchern sie mitgearbeitet hat. 

Am ersten Tag steht die filmische Umsetzung von AMÉLIE ET LA MÉTAPHYSIQUE DES TUBES (2025) von Maïlys Vallade und Liane-Cho Han Vallade, basierend auf dem Roman  La métaphysique des tubes von Amélie Nothomb, im Zentrum. Aude Py erläutert, wie sie die Perspektive der Protagonistin übertragen hat, weshalb für die Adaption neue Szenen entwickelt wurden und wie sie philosophische Reflexionen in Bilder übersetzt hat. Dabei wird den Teilnehmer·innen vermittelt, wie zentrale Themen des Romans in die Erzählweise eines abendfüllenden Animationsfilms übertragen wurden.

Am zweiten Tag diskutiert Aude Py gemeinsam mit dem Regisseur Jacob Berger die filmische Adaption von UN JUIF POUR L’exEMPLE (2017), die auf dem gleichnamigen Roman von Jacques Chessex basiert. Anhand dieser Fallstudie erfahren die Teilnehmenden, wie verschiedene Zeitebenen durch Anachronismen miteinander verbunden, Figuren und ihre Beziehungen ausgearbeitet und literarische Beschreibungen in Schauplätze, Bilder, Töne und Szenen übertragen wurden. Auch der Umgang mit den im Roman detailliert beschriebenen Gewalttaten sowie die Frage, wie die Kontroverse um das Buch die Interpretation der Adaption beeinflusst hat, werden thematisiert. 

Anhand zahlreicher Filmausschnitte werden die jeweiligen Entscheidungen im Adaptionsprozess analysiert und gemeinsam diskutiert. Die Teilnehmenden werden dabei auch die Möglichkeit haben, ihre eigenen Erfahrungen mit literarischen Adaptionen mit den anderen Autor·innen auszutauschen.
Unterrichtende

Aude Py – CH/FR
Aude Py ist Drehbuchautorin, Autorin und Script Doctor. Sie hat Philosophie studiert und lebt und arbeitet in Paris. 2017 wurde sie beim Schweizer Filmpreis in der Kategorie «Bestes Drehbuch» nominiert.  Zuletzt war sie Co-Autorin des Drehbuchs von AMÉLIE ET LA MÉTAPHYSIQUE DES TUBES (2025), der im selben Jahr in der offiziellen Auswahl der Filmfestspiele von Cannes gezeigt und 2026 für einen Golden Globe, den Europäischen Filmpreis sowie den Oscar in der Kategorie «Bester Animationsfilm» nominiert wurde. Aude Py ist zudem Co-Leiterin der Drehbuchabteilung der Fémis in Paris sowie Kuratorin und künstlerische Leiterin des Edgelands Institute.

Jacob Berger - CH
Jacob Berger ist Regisseur und Drehbuchautor. Er studierte an der Tisch School of the Arts der New York University und begann seine Karriere bei Alain Tanner in LA VALLÉE DE FANTÔME (1988). 2017 führte er Regie bei UN JUIF POUR L’EXEMPLE, der auf dem gleichnamigen Roman von Jacques Chessex basiert. Zu seinen weiteren Filmen gehören ANGELS (1990), LOVE THY FATHER (2002) und 1 JOURNÉE (2007). Daneben realisierte er zahlreiche Fernseh- und Dokumentarfilme sowie eine Fernsehserie.


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