Inszenieren von intimen Szenen

© Sinitta Leunen, Unsplash

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Teilnehmende
10-18 Regisseur·innen, Produktionsleiter·innen und Regieassistent·innen 
Datum und Ort

19. und 20. März 2026, Bern

Anmeldefrist

22. Februar 2026, bitte CV beilegen.

Teilnahmegebühr
300 CHF
Sprache(n)
Englisch
Organisation
Géraldine Rod, Programmverantwortliche Regie Spielfilm, FOCAL
Der zweitägige Workshop vermittelt Werkzeuge zur Planung, Vorbereitung und Inszenierung sensibler Szenen, um so einen respektvollen, sicheren und kreativen Rahmen auf dem Filmset zu schaffen. 
 
Déborah Helle und Michela Carattini schildern ihre Arbeit als Intimitätskoordinatorinnen und erklären, wann und wie sie bei Vorbereitungs- und Dreharbeiten eingreifen. Anhand von Filmausschnitten stellen sie sensible Szenen vor und wie sie bei deren Umsetzung vorgegangen sind. Sie erläutern, wie sie ein Drehbuch analysieren, welche Arbeitsschritte für die Planung und Realisierung notwendig sind und wie sie mit den verschiedenen Abteilungen (Regie, Kostüme und Kamera) zusammenarbeiten. Ausserdem werden Hilfsmittel zum Schutz der Intimität in Nacktszenen vorgestellt, wie beispielsweise Kostüme oder Prothesen.

Regisseur Bruno Deville und Déborah Helle erzählen von ihrer gemeinsamen Arbeit. Dabei geht der Regisseur auf die Herausforderungen bei der Schauspielführung, des Set-Managements und der proaktiven Integration der Intimitätskoordination in den kreativen Prozess ein. [GR1.1]Dabei erfahren die Teilnehmenden, zu welchem Zeitpunkt der Einbezug von Intimitätskoordinator·innen sinnvoll sein kann. Die richtigen Worte für Vorbereitungsgespräche und Regieanweisungen zu finden, wird anhand von Rollenspielen eingeübt. Die Teilnehmenden erhalten die Gelegenheit, praktische Fragen zu sensiblen Szenen zu stellen. 

Ziel des Kurses ist es zu verstehen, warum und wie die Zusammenarbeit mit eine·r Intimitätskoordinator·in die Dreharbeiten, die Inszenierung und letztendlich den Film verbessern kann.

Unterrichtende

Déborah Helle CH
Nach ihrem Abschluss in Regie an der HEAD in Genf absolvierte sie eine Ausbildung in „Actor Training and Coaching” an der Royal Central School of Speech and Drama in London. Als erfahrene Schauspielcoachin hat sie sich auf die Begleitung emotional sensibler Szenen spezialisiert. Sie arbeitet bei Film- und Fernsehproduktionen, um Szenen mit Intimität, Nacktheit oder Verletzlichkeit zu begleiten. Von IDC (Intimacy Directors & Coordinators) zertifiziert und von SAG-AFTRA anerkannt, arbeitet Deborah Helle eng mit der Regie, der Produktion und den technischen Abteilungen zusammen.

Michela Carattini CH/AUS
Michaela Carattini ist leitende Ausbilderin bei der SAG-AFTRA (Screen Actors Guild – American Federation of Television and Radio Artists). Als Intimitätskoordinatorin hat sie an internationalen Produktionen für Netflix, Amazon, Hulu, SBS und vielen anderen mitgewirkt, darunter mit Hollywood- und europäischen Schauspielern wie Nicole Kidman, Melissa McCarthy und Simon Baker.
Sie bringt Erfahrung als Psychologin und Rechtswissenschaftlerin mit, wobei sie sich auf Gewalt gegen Frauen und kulturelle Vielfalt spezialisiert. Sie wirkt bei der Forschung zur Verringerung sekundärer Traumatisierung bei Schauspielenden mit.

Bruno Deville CH
Bruno Deville ist ein belgisch-schweizerischer Regisseur und Drehbuchautor. Nach seinem Studium an der Académie d'Art Plastique in Wavre besuchte er die École cantonale d'art de Lausanne (ÉCAL), wo er in Filmregie diplomierte. Sein erster Spielfilm ist BOUBOULE (2014), eine belgisch-schweizerische Co-Produktion.
Zu seinen jüngsten Projekten gehört insbesondere die Serie ESPÈCE MENACÉE (2024), die beim Locarno Film Festival ihre Weltpremiere feierte und an der er mit Déborah Helle als Intimitätskoordinatorin zusammengearbeitet hat.


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