Authentisch und inspirierend

Julia Sarda
Julia Sarda
Zeichnung: Lukas Wind
Zeichnung: Lukas Wind

Aktuell sind wir dabei, das neue Leitbild für FOCAL zu erarbeiten. Es wird uns helfen, die Angebote noch konsequenter auf die Bedürfnisse der Branche auszurichten. Ich weiss noch nicht genau, welche Ziele wir uns setzen, aber ich weiss, was mir wichtig ist.

Vor einigen Tagen hatte ich die Gelegenheit, unseren Workshop «Background Design» zu besuchen. Auch dieses Seminar blieb nicht von Überraschungen verschont. Die Dozentin Julia Sarda Portabella durfte nicht aus Spanien anreisen und musste online am Kurs teilnehmen. Ihr Wille, ihre Erfahrungen zu teilen, war ungebrochen. Mitten in ihren Ausführungen sprang ihre Katze auf den Tisch. Unbeirrt führte Julia ihr sehr persönliches Referat fort. So ist das Leben eben, dachte ich. Wir alle müssen mit unvorhergesehenem umgehen.

Im Workshop ging es darum, ein Projekt mit einem leeren Blatt zu beginnen. Julia meinte, es fühle sich jedes Mal so an, als
müsse sie nackt über den Dorfplatz spazieren. Jedes Projekt sei für sie eine neue Herausforderung, bei der sie lange nicht wisse, wie sie die Aufgabe lösen solle. Sie habe jedoch gelernt, nicht zu verzweifeln, denn je länger sie ihren Beruf ausübe, desto stärker sei die Gewissheit, dass es einen Ort gibt, an dem alle Dinge zusammenkommen und ihren Platz finden.

In dem Workshop haben die Dozenten sehr persönlich über Widerstände, Ängste und Krisen gesprochen. Ebenso offen waren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die sich voller Hingabe den gestellten Aufgaben widmeten. Der Dialog, der zwischen allen
Anwesenden entstanden ist, hat mich beeindruckt. Man kann Talent nicht lernen und auch nicht lehren, aber man kann gemeinsam den
Kern einer Tätigkeit besprechen und daraus viel für den beruflichen Alltag gewinnen.

Wenn es FOCAL immer wieder gelingt, inspirierende und erfahrene Dozentinnen und Dozenten zu gewinnen, die bereit sind,
ihr Wissen authentisch zu vermitteln, dann ist FOCAL auf gutem Kurs. Wenn es uns gelingt, Neugierde zu wecken, Neues zu erkunden und einen offenen Dialog zu initiieren, dann sind wir in der Lage, nachhaltige Lernräume zu schaffen. Darauf bin ich stolz, und genau das möchte ich erhalten und stärken.

Rachel Schmid, Direktorin